Die bequeme Lüge:

Warum Rosenheim nicht baut – und was Corona damit zu tun hat

Ja, wir haben einen Wohnungsnotstand. Aber keinen Willen, ihn zu bekämpfen.

Ein Blick auf Rosenheims Bauplakate – oder auf das, was dort fehlt – reicht aus. Corona hat uns eines gezeigt: Wenn die Politik etwas wirklich will, geht alles plötzlich sehr schnell. Innerhalb weniger Wochen wurden Grundrechte neu justiert und milliardenschwere Hilfspakete geschnürt.

Doch bei der Wohnungskrise? Da heißt es plötzlich:

„Das geht nicht. Zu viel Bürokratie. Zu kompliziert. Dauert zu lange.“

Das ist nicht die Wahrheit. Das ist eine bequeme Lüge.

Der Unterschied liegt nicht zwischen „möglich“ und „unmöglich“, sondern zwischen echtem Notstand und bequemer Gleichgültigkeit.


Was läuft falsch? Ein Blick hinter die Kulissen

1. Spekulation & Verdrängung

Rosenheims Lage lockt nicht Menschen, sondern Kapital. Immobilien werden als Assets gehandelt, nicht als Wohnraum.

  • Preise steigen ins Schwindelerregende
  • Löhne und Renten bleiben zurück
  • Die soziale Durchmischung stirbt

2. Zersiedelung & Flächenfraß

Statt klug zu verdichten, baut man auf der „grünen Wiese“ (Mangfallpark, Südliche Au). Das Ergebnis:

  • autofixierte Schlafsiedlungen
  • ohne Seele
  • ohne Kitas
  • ohne Ärzte
  • ohne Leben

Die Stadt wird auseinandergerissen.

3. Der falsche Wohnungstyp

Gebaut wird, was Profit bringt:

  • teure Eigentumswohnungen
  • große Mietwohnungen für Gutverdiener

Was fehlt?

  • kleine, bezahlbare Wohnungen
  • Angebote für Singles, Senioren, Trennungskinder
  • gemeinschaftliche Wohnformen

Sträflich vernachlässigt.

4. Verlust des Gemeinwohls

Wohnen wird als Marktproblem verwaltet, nicht als Grundrecht organisiert. Die Idee, dass eine Stadt für ihre Bewohner da sein muss, ist verloren gegangen.

Das Ergebnis: Ein verlorenes Wir in anonymen Treppenhäusern.


Wie kann man es ändern? Nicht mit Kosmetik – mit Politik

Die Werkzeuge liegen längst bereit. Man muss sie nur benutzen.

1. Grundstücke der Spekulation entziehen

  • Vorkaufsrecht der Stadt konsequent nutzen
  • Erbbaurecht zur Regel machen
  • Bauland nur noch mit verbindlicher Sozialbindung ausweisen (mind. 50 % geförderter Wohnraum)

2. Richtig und klug verdichten

Nicht am Rand, sondern im Bestand:

  • Aufstocken
  • Baulücken schließen
  • Gewerbebrachen umnutzen
  • Grünflächen und Gemeinschaftsräume integrieren

3. Neue Wohnformen ermöglichen – und erzwingen

  • Bebauungspläne für Co‑Living, Tiny‑House‑Kollektive, Mehrgenerationenprojekte öffnen
  • eine städtische Wohnungsbaugesellschaft gründen, die bedarfsgerecht statt profitorientiert baut

4. Die Gemeinschaft zurückholen

  • Mietpreisbremse durchsetzen
  • Quartiersmanager in jedem Stadtteil
  • „Gemeinschaftspflicht“ in städtischen Mietverträgen: Wer hier lebt, trägt etwas bei

Was man sofort tun könnte

Modulare Holzhäuser auf Leerflächen

Auf brachliegenden Parkplätzen oder Gewerbebrachen. Bauzeit: Monate, nicht Jahre.

Das „Rosenheimer Modell“ im Baurecht

Experimentierklauseln nutzen, um Gewerbe und Wohnen zu mischen. So entstehen lebendige Quartiere.

Parkhäuser aufstocken

Viele Parkdecks tragen zwei bis drei zusätzliche Geschosse. Unten Parken – oben bezahlbar wohnen.


Die radikalste Idee: Wohnraum entkommerzialisieren

Eine kommunale Bürger‑Genossenschaft:

  • kauft Mietshäuser
  • saniert sie
  • vermietet sie kostendeckend
  • macht Mieter zu Teilhabern

Es fehlt nicht an Platz. Es fehlt am Willen.

Corona hat gezeigt, wie schnell Veränderung geht, wenn der Druck groß genug ist.

Die Frage ist: Wann wird der Druck der Wohnungslosen, der Verzweifelten, der Einsamen groß genug sein?

Wollen wir eine Spekulationsblume mit schöner Altstadt bleiben? Oder eine soziale, dichte, lebendige Stadt, die ihr „Wir“ zurückerobert hat?

Die Zeit der bequemen Lügen ist vorbei.

Vermieter‑Pflicht: Warum sie notwendig ist

Die Idee einer Pflichtschulung für Vermieter ist radikal – und notwendig. Freiwilligkeit bedeutet heute: Wer keine Verantwortung übernehmen will, muss es auch nicht.

Das „Rosenheimer Modell“

Eine kommunale Satzung kann Pflichten für Vermieter festlegen, wenn ein öffentliches Interesse besteht – hier: Bekämpfung von Einsamkeit und Sicherung des sozialen Friedens.

Stufenplan

Stufe 1: Ein „Runder Tisch Wohnen & Gemeinschaft“ erarbeitet ein Schulungscurriculum.

Stufe 2: Eine „Soziale‑Wohnraum‑Satzung“ wird verabschiedet:

  • Pflichtschulung alle 5 Jahre
  • Inhalte: alternative Wohnformen, Mediation, Förderprogramme, soziale Verantwortung

Stufe 3: Konsequenzen:

Positiv: Zertifikat „Sozialer Vermieter Rosenheim“ mit Vorteilen Negativ: Nicht‑Teilnehmer verlieren Vergünstigungen und erscheinen auf einer Negativliste

Was aktuell passiert – und warum es nicht reicht

Es gibt nur freiwillige Informationsangebote. Das erreicht nur Vermieter, die ohnehin interessiert sind. Der Großteil bleibt außen vor. Die Stadt agiert als Bittsteller statt als Gestalter.

Wie man gegensteuern kann

  • Thema als Bürgerantrag in den Stadtrat bringen
  • Unterschriften sammeln
  • Parteien öffentlich konfrontieren
  • Leserbriefe schreiben
  • Bündnisse mit Mietervereinen, Kirchen, Sozialverbänden
  • Pilotprojekt in einem Sanierungsgebiet starten

Fazit

Eine Pflichtschulung für Vermieter ist keine Spinnerei, sondern eine logische Konsequenz, wenn Wohnen als soziales Gemeingut verstanden wird. Rosenheim könnte Vorreiter sein – wenn der politische Mut da ist.

Der Druck muss von den Bürgern kommen. Dein Frust ist ein guter Anfang.

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Sag einfach Bescheid.

Was besser laufen könnte

konkrete Ideen gegen Einsamkeit

Die Lösung liegt nicht in mehr Angeboten, sondern in klügeren, verbindenden Strukturen. Rosenheim muss vom „Betreuer“ zum „Ermöglicher“ werden.

1. Gemeinschaftswohnungen forcieren

  • Baugrundstücke im Erbbaurecht für genossenschaftliche Projekte bereitstellen
  • In jedem neuen Baugebiet verbindliche Anteile an geförderten Gemeinschaftswohnungen
  • Gemeinschaftsflächen verpflichtend integrieren

2. Vermieter verpflichten und fördern

Pflichtschulung

Vermieter mit mehr als X Wohnungen müssen alle fünf Jahre an einer städtischen Schulung teilnehmen:

  • alternative Wohnformen
  • Konfliktmediation
  • gemeinschaftsfördernde Maßnahmen
  • soziale Verantwortung im Mietverhältnis

Anerkennungsmodell

„Sozialer Vermieter Rosenheim“ – mit Vorteilen wie:

  • schnellere Baugenehmigungen
  • bevorzugte Grundstücksvergabe
  • öffentliche Anerkennung

Musterverträge

Stadt entwickelt Muster‑WG‑Verträge und Regeln für gemeinschaftliche Wohnformen.

3. „Lebens‑Themen‑Tische“ statt Smalltalk

Moderierte Gesprächsrunden in Büchereien zu existenziellen Themen wie:

  • „Was gab meinem Leben Sinn?“
  • „Einsamkeit – und was hilft?“

Das schafft erlaubte Tiefe.

4. Der „Rosenheimer Kompetenz‑Pass“

Eine städtische Datenbank, in die Ältere ihre Fähigkeiten eintragen. Bürger und Initiativen können gezielt Workshops oder Rat anfragen. Das schafft Wertschätzung und neue Rollen.

5. Echte „Dritte Orte“ schaffen

Leerstehende Läden für symbolische 1‑Euro‑Miete an Initiativen vergeben, die ein „Offenes Wohnzimmer“ betreiben. Dazu: bezahlbare Park‑Oasen von Anfang an mitdenken.

6. Gemeinschaftsaufgaben im Quartier

Jedes Viertel erhält:

  • ein kleines Budget
  • einen Quartiersmanager

Die Bewohner entscheiden selbst, was sie schaffen: Hochbeet, Lesezirkel, Nachbarschaftsprojekt. Gemeinsames Tun ist der stärkste Kitt gegen Einsamkeit.

7. Parken für Teilhabe – nicht als Barriere

  • erste Stunde frei in städtischen Anlagen
  • Park‑Flatrates für Vereinsmitglieder
  • vergünstigte Jahreskarten für Ehrenamtliche

8. Digitale Brücken bauen

Angebote, bei denen Technik und Inhalt verschmelzen:

  • gemeinsamer Podcast „Geschichten aus meinem Rosenheim“
  • digitale Stadtgeschichte per Zoom erforschen

Zusammengefasst

Die leeren Gespräche bei Kaffee und Kuchen sind nur das Symptom. Die Krankheit heißt:

  • fehlende gemeinsame Sache
  • fehlende erlaubte Tiefe
  • mangelnde gemeinschaftliche Wohnformen
  • Vermieter ohne soziale Verantwortung
  • Stadtlogistik, die Verweilen bestraft

Rosenheim könnte gegensteuern, indem es:

  • gemeinschaftlichen Wohnraum aktiv fördert
  • Vermieter durch Pflichtschulungen und Anreize in Verantwortung bringt
  • Menschen wieder gebraucht und wertgeschätzt fühlen lässt
  • stressfreien Zugang zu Begegnung ermöglicht

Dann entsteht ein „Wir“, weil die Stadt Räume, Regeln und verantwortungsbewusste Vermieter schafft, in denen Menschen gemeinsam etwas bewegen können.

Was in Rosenheim schief läuft

und was Rosenheim wirklich ändern müsste

Die Stadt bietet viel, doch oft sind es nur Pflaster auf einer tiefen Wunde. Das Problem ist systemisch.

Viele Angebote für Ältere – klassische Seniorencafés, Gesprächsrunden, Nachmittage bei Kaffee und Kuchen – bleiben im Smalltalk stecken. Man redet über Wetter und Kuchen, weil es sicher ist. Doch es fehlen mutige Formate, die Tiefe, Sinn und echte Verbindung schaffen.

Gleichzeitig wächst die Stadt auseinander. In neuen Vierteln wie der Südlichen Au fehlen „dritte Orte“ – frei zugängliche, einladende Plätze zum Verweilen, nicht nur zum Konsumieren.

Wohnformen ohne Gemeinschaft – ein strukturelles Versäumnis

Der Wohnungsmarkt fördert teure Einzelwohnungen und Eigentumsblöcke, während gemeinschaftliche Wohnformen sträflich vernachlässigt werden. Neue, geförderte Gemeinschaftswohnungen und -häuser wären wichtiger denn je, doch sie gelten politisch nicht als prioritäre Aufgabe.

Es fehlen Anreize für genossenschaftliche Modelle, Mehrgenerationenhäuser und Co‑Living‑Projekte, die Gemeinschaft bereits im Grundriss verankern.

Vermieter ohne soziale Verantwortung

Ein weiteres massives Problem ist die Haltung vieler Vermieter. Wohnungen gelten als Renditeobjekte, Vermieter als reine Inkassostellen. Ihre einzige Pflicht scheint zu sein, dass die Miete pünktlich kommt.

Die soziale Verantwortung, stabile und lebendige Hausgemeinschaften zu ermöglichen, existiert praktisch nicht. Es fehlen Bewusstsein, Modelle und Verpflichtungen, die Vermieter in die Rolle von Gestaltern von Lebensraum bringen.

Parkgebühren als unsichtbarer sozialer Filter

Aggressive Parkgebühren verwandeln die Innenstadt in einen zahlungspflichtigen Club. Die ständige Sorge ums Ticket erstickt spontane Begegnungen. Wer von außerhalb kommt und nicht weiß, ob sich ein kurzer Besuch „lohnt“, bleibt oft gleich zu Hause.

Die Botschaft der Stadt lautet unfreiwillig: Deine Zeit hier kostet – buchstäblich.

Digitalisierung als Barriere statt Brücke

Es gibt Kurse zur Tablet‑Bedienung, aber kaum Angebote, wie man Technik konkret gegen Einsamkeit nutzen kann – etwa für Online‑Stammtische oder digitale Gemeinschaftsprojekte.

Der Verlust sinnstiftender Rollen

Mit dem Renteneintritt fallen Arbeit, Status und tägliche Gespräche weg. Rosenheim bietet zu wenig neue, wertgeschätzte Aufgaben für diese Lebensphase. Es fehlen Programme, die das Wissen und die Zeit Älterer einbinden – als Stadtführer, Museumserzähler oder Coaches für junge Familien.

Das Ergebnis: ein Vakuum, das Kaffee und Kuchen nicht füllen können.

Ich gebe dir eine Stimme


Ich bin hier, damit deine Stimme gehört wird.

Das Leben kann uns manchmal in eine Schieflage bringen – eine Situation, in der man den Boden unter den Füßen verliert, den eigenen Weg nicht mehr erkennt und sich allein gelassen fühlt.

Ich weiß, wie sich das anfühlt. Ich habe es selbst erlebt: schwere gesundheitliche und psychische Krisen, die Erfahrung der Obdachlosigkeit und den Kampf gegen eine Krebserkrankung. Aus diesen Tälern habe ich eine tiefe Überzeugung mitgenommen: Niemand sollte solche Wege allein gehen müssen.


Warum ich diese Plattform geschaffen habe

Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen in genau diesen Situationen zu unterstützen.

Dies ist kein therapeutisches Angebot und ersetzt keine psychiatrische Hilfe. Es ist etwas anderes – etwas Einfaches und gleichzeitig Kraftvolles: Hilfe auf Augenhöhe. Von Mensch zu Mensch.

Hier gibt es kein „oben“ oder „unten“. Hier gibt es keinen Fall. Hier gibt es Menschen.


Was zählt, bist du

Wenn du vor mir sitzt, zählt allein dein Wunsch, dein Anliegen, deine Geschichte. Und dieser Wunsch ist es wert, gehört und ernst genommen zu werden. Gemeinsam setzen wir ihn in die Tat um.


Wobei ich dich unterstützen kann

  • neue berufliche Perspektiven finden
  • nach einer schwierigen Lebensphase wieder Fuß fassen
  • als geflüchteter Mensch Gehör für die eigene Geschichte finden
  • aus der Obdachlosigkeit zurück ins Leben kommen

Die Wege sind so zahlreich wie die Menschen selbst.

Oft spielen Isolation, Alter, Behinderung oder andere Faktoren hinein und machen die Situation komplex. Meine Unterstützung ist so individuell wie du. Sie kann ein offenes Ohr sein, ein gemeinsames Sortieren der Gedanken, das Entwickeln eines nächsten kleinen Schrittes oder die Begleitung auf einem Stück deines Weges.


Transparenz und Verantwortung

Mein Angebot ist bewusst gestaffelt und transparent – wie du auf der letzten Seite sehen kannst.

Wichtiger Hinweis: Solltest du von einer Behörde oder einem Gericht die Auflage oder Anregung erhalten haben, eine Form der gesetzlichen Betreuung oder Unterstützung in Anspruch zu nehmen, bitte ich dich, vor unserem gemeinsamen Weg Rücksprache mit der zuständigen Stelle zu halten. Kläre bitte ab, ob ich in dieser speziellen Situation derjenige sein darf, der dich begleitet. Dein rechtlicher Rahmen und dein Schutz stehen an erster Stelle.


Was ich dir anbiete

Ich biete keine fertigen Lösungen von der Stange. Ich biete mich an – als Mensch. Mit meiner Erfahrung, meinem Zuhören und meinem festen Glauben daran, dass in jedem Menschen der Schlüssel für seinen eigenen, richtigen Weg liegt.

Ich würde mich freuen, mit dir gemeinsam den Weg zu gehen, der für dich richtig und wichtig ist.

Deine Stimme wartet darauf, gehört zu werden.

Der Feind in meinem Bad

Oder: Warum unsere größte Angst unsere letzte Rettung sein könnte

Ich beginne mit einem Bild, das Sie vielleicht kennen. Ein Gefühl, das wir alle teilen: die Vorstellung, dass ein Fremder in unserem Bad steht. In diesem intimsten Raum, in dem wir uns verwundbar zeigen. Diese Vorstellung – sie wirkt wie ein Alptraum. Der Feind in meinem Bad.

Doch bleiben wir einen Moment bei diesem Bild. Bei dieser Angst. Denn genau hier liegt der Knoten, den wir lösen müssen, wenn wir über alternative Wohnformen sprechen.

Die bekannte Scheiße stinkt – aber sie ist vertraut

Warum leben so viele Menschen in viel zu großen Häusern, während andere kein Dach über dem Kopf haben? Warum halten wir an der Einsamkeit fest, obwohl wir die Lösungen längst kennen?

Senioren-WGs, Clusterwohnungen, Mehrgenerationenhäuser – die Konzepte existieren, die Broschüren liegen aus. Und doch bleibt die Hürde gigantisch. Sie trägt viele Namen:

  • Angst vor Kontrollverlust
  • Panik, in den eigenen vier Wänden dominiert zu werden
  • Trauer um den verstorbenen Lebenspartner, dessen Geist noch in jedem Raum wohnt
  • Oder schlicht unser grenzenloser Egoismus: „Hauptsache ICH. Meine Ruhe. Mein Territorium.“

Doch dann dürfen wir nicht jammern. Nicht über den teuren Gärtner. Nicht über die unbezahlbare Haushaltshilfe. Nicht über die Treppe, die immer steiler wird.

Das falsche Vertraute

Wir klammern uns an das Vertraute – auch wenn es uns einsam macht. Auch wenn es uns finanziell ruiniert. Auch wenn es bedeutet, allein zu altern.

Denn spätestens wenn sich die Tür des Altenheims öffnet, ist jedes bisschen Eigenständigkeit verloren. Dann herrscht der Stundenplan. Die Fremdbestimmung. Das Institutionelle.

Und trotzdem: Lieber das, als ein Fremder im Bad? Lieber absolute Kontrolle über ein leeres Reich, als geteilte Verantwortung in einem lebendigen Haus?

Die Angst-Blindheit

Hier liegt unser fundamentales Problem: In der Angst sind wir blind für die Rettung. Wenn die Sorge kommt, fixieren wir uns auf die Schatten. Wir zählen die Nachteile auf wie Perlen einer Bedenkenkette:

  • „Das könnte schiefgehen.“
  • „Das ist mir zu fremd.“
  • „Da ist ein Fremder in meinem Bad – ein Feind in meinem Bad!“

Vor lauter Schatten sehen wir das Licht nicht mehr. Wir erkennen nicht, was uns retten könnte.

Die verwandelte Perspektive

Stellen Sie sich die andere Seite vor:

Was, wenn der angebliche „Feind im Bad“ morgen der Freund in der Küche ist? Derjenige, der lacht, wenn man den Frühstückstisch deckt. Der die Semmeln schon geholt hat. Die helfende Hand, die da ist, wenn man selbst mal nicht so „beieinander“ ist.

Was, wenn aus dem Fremden im Bad der Mitgärtner wird, der uns die horrende Rechnung erspart? Der Mitfahrer im geteilten Auto? Der Gesprächspartner am gemeinsamen Abend?

Aus dem Feind im Bad wird der Freund fürs Leben. Aus unserer größten Angst wird unsere letzte Rettung.

Das bröckelnde Fundament

Wir können nicht weitermachen wie bisher. Wir können nicht alle, jeder für sich, alleine und einsam vor uns hinvegetieren.

Irgendwann bröckelt jedes Fundament: Kinder ziehen weg. Partner sterben. Freunde werden weniger.

Die traditionelle Familie – dieses Sicherheitsnetz, auf das Generationen vertrauten – hat Löcher bekommen.

Und dann? Dann sitzen wir wirklich allein. Mit unserem sauberen, leeren, stillen Bad. Mit perfekter Kontrolle über eine leere Burg.

Der Quantensprung

Es braucht einen bewussten Bruch. Eine Entscheidung, den Blick zu wenden: Vom Gewohnten, das uns einsam macht, hin zum Ungewohnten, das uns verbinden könnte.

Ja, es gibt Dinge zu regeln: Ernährung, Allergien, Rauchen, Ruhezeiten. Dafür gibt es Verträge. Dafür gibt es Moderation. Dafür gibt es die Möglichkeit, alles zu besprechen.

Die Frage ist nicht: „Passt alles perfekt?“ Sondern: „Bin ich bereit, lebendig zu sein?“

Die offene Tür

Wir haben die Wahl. Nicht morgen. Nicht erst, wenn die Krise unausweichlich ist. Sondern jetzt.

Wählen wir die bekannte Leere? Oder wagen wir das unbekannte, lebendige Voll‑Sein?

Die Entscheidung beginnt dort, wo unsere tiefste Angst wohnt: in der Vorstellung vom Fremden im eigenen Bad.

Vielleicht ist es an der Zeit, diese Tür zu öffnen. Vielleicht wartet dahinter nicht der Feind, sondern der Freund, den wir in unserer Einsamkeit so schmerzlich vermissen. Vielleicht wartet dort nicht das Ende unserer Selbstständigkeit, sondern der Anfang eines neuen, geteilten Lebens.

Es ist Zeit, das Badezimmer zu teilen, um die Welt zurückzugewinnen.

Denn am Ende geht es nicht darum, ob ein Fremder in unserem Bad steht. Sondern darum, ob wir bereit sind, aus einem Haus ein Zuhause zu machen – und aus Einsamkeit Gemeinschaft.

Veraltete Mietgesetze und neue Forderungen

Es wird Zeit für eine Mietrechtsreform

Für faire Kündigungsfristen und gegen die Angst vor Obdachlosigkeit

Die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt – besonders in teuren Regionen wie Oberbayern – ist kein Naturereignis. Sie ist das Ergebnis veralteter Gesetze, die das Machtungleichgewicht zwischen Vermietern und Mietern festschreiben. Während Vermieter in einem überhitzten Markt innerhalb weniger Stunden Dutzende Interessenten finden, kämpfen Mieter oft monatelang um eine neue Bleibe – stets begleitet von der Angst, doppelte Miete zahlen zu müssen oder im schlimmsten Fall obdachlos zu werden.

Diese Angst muss ein Ende haben. Es braucht dringend eine Reform, die den Schutz der Mieter endlich in den Mittelpunkt stellt.

Zentrale Forderung: Flexible und faire Kündigungsregeln für Mieter

Das aktuelle System mit seinen starren, mehrmonatigen Kündigungsfristen passt längst nicht mehr zur Realität. Es braucht eine Regelung, die verhindert, dass Menschen finanziell in den Ruin getrieben werden, nur weil sie eine neue Wohnung gefunden haben.

Die Vier‑Wochen‑Option bei Nachmietersuche

Wer eine neue Wohnung gefunden hat, muss sofort kündigen können. Findet der Mieter einen geeigneten Nachmieter, endet der Vertrag innerhalb von vier Wochen. So wird der Vermieter vor Leerstand geschützt – und der Mieter vor doppelter finanzieller Belastung.

Die Vier‑Wochen‑Garantie in Ballungsräumen

Wird innerhalb einer angemessenen Frist kein Nachmieter gefunden – was in leergefegten Märkten durchaus vorkommt –, soll in besonders teuren Regionen automatisch eine verkürzte Kündigungsfrist von vier Wochen gelten. In Gebieten, in denen eine Monatsmiete oft einem ganzen Gehalt entspricht, ist die Gefahr der Obdachlosigkeit real. Hier muss das Gesetz die Schwächeren schützen.

Eigenbedarf: Schutzvorkehrungen endlich wirksam machen

Die Eigenbedarfskündigung ist häufig ein stumpfes Schwert, das allzu leicht geschwungen wird. Dabei existieren längst Schutzmechanismen – sie werden jedoch in der Praxis oft ignoriert oder umgangen. Es ist höchste Zeit, diese Regeln konsequent durchzusetzen.

  • Die Sozialklausel ist kein Papiertiger: Führt der Auszug zu einer erheblichen sozialen Härte, ist er unzumutbar. Der Mieter muss seine Lage lediglich darlegen und dokumentieren.
  • Eigenbedarf nur für den engsten Familienkreis: Vermieter selbst, deren Kinder oder Eltern.
  • Pflicht zur Prüfung alternativer Wohnungen: Besitzt der Vermieter mehrere Wohnungen, muss er zuerst jede andere freie Möglichkeit nutzen, bevor er eine bewohnte Wohnung beansprucht.

Diese Regeln müssen streng kontrolliert und Verstöße wirksam sanktioniert werden.

Schluss mit pauschalen Haustierverboten – für mehr Menschlichkeit

Das generelle Verbot von Haustieren in Mietverträgen ist überholt und unmenschlich. Für viele Menschen sind Tiere keine Accessoires, sondern Familienmitglieder – oft der einzige Halt im Leben. Pauschale Verbote treiben Tiere ins Heim, und Vermieter, die solche Regeln aufstellen, tragen indirekt zu dieser Entwicklung bei.

Die Lösung ist pragmatisch:

  • Haustiere sind grundsätzlich erlaubt.
  • Der Mieter übernimmt Verantwortung, sorgt für eine Haftpflichtversicherung und stellt sicher, dass das Tier die Nachbarn nicht belästigt.
  • Nur bei nachweisbaren Störungen oder bei allergiegefährdeten Nachmietern kann ein Verbot ausgesprochen werden.
  • Vermieter, die weiterhin pauschal alle Tiere verbieten wollen, sollten sich an den Kosten der Tierheime beteiligen, die durch ihre Politik entstehen.

Fazit: Es geht um Würde – nicht nur um Paragraphen

Bei all diesen Forderungen geht es um mehr als Mietrecht. Es geht um die Würde und die grundlegende Sicherheit der Menschen. Niemand sollte Nacht für Nacht in der Angst leben müssen, seine Wohnung zu verlieren und keine neue zu finden. Niemand sollte zwischen seinem geliebten Tier und einem Dach über dem Kopf wählen müssen.

Gesetze sollen das Zusammenleben regeln und die Schwächeren schützen. In der aktuellen Wohnungsmarktkrise versagen sie in dieser Aufgabe. Es ist höchste Zeit für eine Reform, die ihren Namen verdient – eine Reform, die Machtverhältnisse ausgleicht und die reale Gefahr der Obdachlosigkeit endlich ernst nimmt.

Eine tierische Bitte von der Fensterbank aus 🐾

Hallo ihr da, mit den Mietverträgen und den „Haustiere leider nicht“-Vermerken! Ich bin’s, Pupich. Ja, genau – die, die sonst nur als „die Katze Ihrer Mieterin“ im Problemfall erwähnt wird. Heute melde ich mich selbst zu Wort.

Und bevor jemand fragt: Ja, Pupich ist mein echter Name. Ihr würdet euch freuen, wenn man euch in der Türkei „puppig“ nennt – denn dann wärt ihr schnuckelig wie ich!

Was habt ihr eigentlich gegen uns?

Während ich hier auf der Fensterbank liege und eure Immobilienanzeigen beobachte (ihr seid wirklich kreativ mit „lichtdurchflutet“ und „charmant“), gehen mir ein paar Fragen durch den Kopf.

Wir sind doch die ultimative Wohnraumanpassung:

  • akustische Heizung (Schnurren – wissenschaftlich entspannungsfördernd)
  • Rund‑um‑die‑Uhr‑Entertainment (Jagd auf unsichtbare Flecken, Akrobatik am Vorhang)
  • ökologisches Mäusemanagement (Garten‑Variante, optional)
  • soziale Kompetenz: Wir halten unsere Menschen abends daheim – zum Streicheln

Das nenne ich Mieterbindung pur!

Früher geliebt, heute verboten?

Ich versteh’s nicht. Als Kind habt ihr uns geliebt! Plüschtiger, süßer, lebendiger – Hauptsache Katze.

Und jetzt, wo ihr die mit den Schlüsseln seid, seid ihr … naja, sagen wir: etwas weniger begeistert.

Ist euch das „blaue Geld“ (so nennt Frauchen das) wirklich so wichtig, dass ihr vergesst, was ein Zuhause ausmacht?

Leben. Geborgenheit. Und ja, manchmal ein paar Haare auf dem Sofa.

Eine ernste Frage zwischendurch

Habt ihr schon mal probiert zu schnurren? Ich meine das metaphorisch: Lehnt euch zurück, entspannt euch.

Ein Mieter mit Katze ist ein zufriedener Mieter. Ein zufriedener Mieter bleibt lange.

Rechnet doch mal nach: Ist eine eventuelle, hypothetische, höchst unwahrscheinliche Kratzspur wirklich schlimmer als monatelange Leerstände und ständige Mieterfluktuation?

Und was passiert mit uns?

Sollen wir alle ins Tierheim? Das wäre doch mäusekacke! (Entschuldigung, aber der musste raus.)

Mein Frauchen ist übrigens super verantwortungsvoll! Sie hat sogar eine Haustierhaftpflicht für mich – falls ich mal … naja, passiert eh nicht. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Und mein Klo steht diskret im Bad, versprochen!

Ein kleiner Wunsch an euch

Also, liebe Vermieterinnen und Vermieter, ich frage im Namen aller schnurrenden, wuscheligen und mäusejagenden Untermieter:

Könntet ihr nicht mal über eure Haustierpolitik „schnurren“? Könntet ihr sehen, dass wir ein Teil der Lösung sind – für einsame Abende, gestresste Seelen und ein lebendiges Zuhause – und nicht das Problem?

Wir wollen doch nur:

  • ein warmes Plätzchen am Fenster
  • ein Körbchen in der Ecke
  • und das Gefühl, dazuzugehören

Ist das wirklich zu viel verlangt?

Über eine Antwort – oder besser noch: eine geänderte Haustierklausel – würde ich mich riesig freuen. Ich verspreche: Dafür schnurre ich extra laut.

Mit nachdenklichen Pfotenabdrücken, Pupich

Aus meiner Biografie

Lady’s letzter Weg: Abschied über den Regenbogen

Es war einer jener Herbsttage in Mauerkirchen, an denen die Luft nach Holzrauch und feuchtem Laub schmeckte und die Sonne ein goldenes, mildes Licht über die Dächer legte – als wollte sie den Tag sanft machen für das, was kommen musste. In meiner Brust jedoch tobte ein stummer Sturm. Lady, meine kleine, süße Gefährtin, lag zitternd in meinen Armen. Ihr sonst so glänzendes Fell wirkte matt, und ihre Augen – diese klugen, fast menschlichen Augen – blickten mich an, als wüssten sie, als verabschiedeten sie sich bereits.

Blut und Ohnmacht

Schon seit Tagen hatte ich bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Zuerst waren es nur kleine rosa Flecken in ihrem Körbchen, dann mehr, schließlich deutliches Blut. Sie fraß kaum noch, und dieses furchtbare Gefühl stieg in mir auf: dass sich etwas in ihr auflöste, dass sie mir Stück für Stück entglitt.

Ich hatte kein Geld für einen Tierarzt – nicht damals, nicht nach all den Umzügen und den Nächten, in denen ich mir den Schlaf vom Mund abgespart hatte. Doch das Schicksal war „gnädig“ genug, mir einen Tierarzt in den Weg zu führen – einen, der eigentlich Kühe und Schweine behandelte.

Sein Blick sagte alles, noch bevor er den Mund öffnete. „Da ist etwas im Darm, das da nicht hingehört. Ein Tumor, wahrscheinlich. Sie wird nur noch leiden.“ Die Worte trafen mich wie ein stumpfer Schlag.

Untersuchungen? Operationen? Summen, die ich nicht aufbringen konnte – nicht in diesem Leben. Ich sah Lady an, und sie sah mich an, als wollte sie sagen: Es ist okay. Ich verstehe.

Die Entscheidung, die mich zerreißt

Lady war kein gewöhnlicher Hund. Sie war eine Seele in Fell, eine Wächterin, manchmal eine Seherin. Sie hatte Dinge gewusst, bevor sie passierten. Sie hatte mich getröstet, als alles andere zerbrach, und war an meiner Seite geblieben, egal wie oft wir unsere Koffer packten.

Jetzt musste ich die Entscheidung treffen. Sollte ich sie leiden lassen, nur weil ich nicht loslassen konnte? Oder sollte ich ihr den letzten Liebesdienst erweisen – sie gehen lassen, bevor der Schmerz sie völlig zermürbte?

Ich wählte den Weg, der mir das Herz brach.

Der letzte Tag

Wir gingen all ihre Lieblingswege. Zum Dorfcafé, wo ihr Napf noch immer unter dem Tresen stand, als würde sie jeden Moment hereintapsen. Ich kaufte ihr ein Stück Kuchen, das sie nur noch müde ableckte.

In dieser Nacht hielt ich sie fest, atmete ihren Geruch ein, strich über ihr weiches Fell, als könnte ich sie so in mir einschließen für alle Zeit.

Am Morgen gab ich ihr ein Valium – nicht, weil ich wollte, sondern weil ich nicht ertrug, wie sehr ihr kleiner Körper vor Schmerz und Angst zitterte.

Der Tierarzt kam ins Haus – ein letzter Akt der Gnade. Als die Spritze wirkte, spürte ich, wie sie in meinen Armen schwer wurde, wie die Anspannung aus ihren Gliedern wich. Meine Tränen fielen auf ihr Fell, und ich flüsterte:

„Lauf, Lady. Lauf über den Regenbogen. Ich komme nach. Versprochen.“

Ein Garten voller Erinnerungen

Später kamen Maria und Toni mit einer Flasche Schnaps und einer Schaufel. Wir gruben ein Loch in ihrem Garten, unter dem Bergpanorama, das Lady so geliebt hatte. Die Erde fühlte sich kalt an in meinen Händen, als wollte sie sagen: Sie ist nicht mehr hier.

Doch ich wusste, ihr Geist war längst woanders – bei all denen, die vor uns gegangen waren, bereit, mich eines Tages mit strahlenden Augen und wedelndem Stummelschwanz zu empfangen.

Die Schuld und die Hoffnung

Bis heute frage ich mich: Hätte ich mehr tun können? Hätte Geld sie retten können? Oder war es einfach ihre Zeit? Vielleicht ist das die größte Qual – nie ganz sicher zu sein, ob man richtig gehandelt hat, ob man genug getan hat.

Doch eines weiß ich: Lady hat mir verziehen. Ich spüre es. Irgendwo jenseits des Regenbogens wartet sie. Und wenn ich eines Tages komme, wird sie mich anspringen wie damals – als wäre keine Sekunde vergangen.

Bis dahin bleibt sie in meinem Herzen.
Unvergessen. Immer.