Was besser laufen könnte

konkrete Ideen gegen Einsamkeit

Die Lösung liegt nicht in mehr Angeboten, sondern in klügeren, verbindenden Strukturen. Rosenheim muss vom „Betreuer“ zum „Ermöglicher“ werden.

1. Gemeinschaftswohnungen forcieren

  • Baugrundstücke im Erbbaurecht für genossenschaftliche Projekte bereitstellen
  • In jedem neuen Baugebiet verbindliche Anteile an geförderten Gemeinschaftswohnungen
  • Gemeinschaftsflächen verpflichtend integrieren

2. Vermieter verpflichten und fördern

Pflichtschulung

Vermieter mit mehr als X Wohnungen müssen alle fünf Jahre an einer städtischen Schulung teilnehmen:

  • alternative Wohnformen
  • Konfliktmediation
  • gemeinschaftsfördernde Maßnahmen
  • soziale Verantwortung im Mietverhältnis

Anerkennungsmodell

„Sozialer Vermieter Rosenheim“ – mit Vorteilen wie:

  • schnellere Baugenehmigungen
  • bevorzugte Grundstücksvergabe
  • öffentliche Anerkennung

Musterverträge

Stadt entwickelt Muster‑WG‑Verträge und Regeln für gemeinschaftliche Wohnformen.

3. „Lebens‑Themen‑Tische“ statt Smalltalk

Moderierte Gesprächsrunden in Büchereien zu existenziellen Themen wie:

  • „Was gab meinem Leben Sinn?“
  • „Einsamkeit – und was hilft?“

Das schafft erlaubte Tiefe.

4. Der „Rosenheimer Kompetenz‑Pass“

Eine städtische Datenbank, in die Ältere ihre Fähigkeiten eintragen. Bürger und Initiativen können gezielt Workshops oder Rat anfragen. Das schafft Wertschätzung und neue Rollen.

5. Echte „Dritte Orte“ schaffen

Leerstehende Läden für symbolische 1‑Euro‑Miete an Initiativen vergeben, die ein „Offenes Wohnzimmer“ betreiben. Dazu: bezahlbare Park‑Oasen von Anfang an mitdenken.

6. Gemeinschaftsaufgaben im Quartier

Jedes Viertel erhält:

  • ein kleines Budget
  • einen Quartiersmanager

Die Bewohner entscheiden selbst, was sie schaffen: Hochbeet, Lesezirkel, Nachbarschaftsprojekt. Gemeinsames Tun ist der stärkste Kitt gegen Einsamkeit.

7. Parken für Teilhabe – nicht als Barriere

  • erste Stunde frei in städtischen Anlagen
  • Park‑Flatrates für Vereinsmitglieder
  • vergünstigte Jahreskarten für Ehrenamtliche

8. Digitale Brücken bauen

Angebote, bei denen Technik und Inhalt verschmelzen:

  • gemeinsamer Podcast „Geschichten aus meinem Rosenheim“
  • digitale Stadtgeschichte per Zoom erforschen

Zusammengefasst

Die leeren Gespräche bei Kaffee und Kuchen sind nur das Symptom. Die Krankheit heißt:

  • fehlende gemeinsame Sache
  • fehlende erlaubte Tiefe
  • mangelnde gemeinschaftliche Wohnformen
  • Vermieter ohne soziale Verantwortung
  • Stadtlogistik, die Verweilen bestraft

Rosenheim könnte gegensteuern, indem es:

  • gemeinschaftlichen Wohnraum aktiv fördert
  • Vermieter durch Pflichtschulungen und Anreize in Verantwortung bringt
  • Menschen wieder gebraucht und wertgeschätzt fühlen lässt
  • stressfreien Zugang zu Begegnung ermöglicht

Dann entsteht ein „Wir“, weil die Stadt Räume, Regeln und verantwortungsbewusste Vermieter schafft, in denen Menschen gemeinsam etwas bewegen können.

Related posts:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert